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Sensation

Konzept & Art Direction: Paulina Tsvetanova

Fotos: Ralph Lagoi

Location: room capacity

Mode & Accessoires aus dem Sortiment von PAULINA’S FRIENDS

In einer Welt voller überflüssiger Sinnesüberflutung sehnen sich viele von uns nach Stille, Leere, Ankommen. Der Minimalismus in allen seinen Ausdrucksformen und Perversionen ist omnipräsent. Ein Symptom der überforderten Wohlstandsgesellschaft, die alles kann, weiß, will. Wir flüchten in das Nichts, wir flüchten von uns selbst. Wir stopfen uns mit Suchtmitteln um diesem Wahnsinn zu entkommen. Wir gehen zum Yoga und praktizieren Mindfullness um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass wir alles im Griff haben – Körper, Seele, Geist. Exzessiv, sehnsüchtig, verzweifelt. Wir suchen nach etwas, was es nicht gibt, oder besser gesagt, was es schon da ist aber neu gesehen/gehört/geschmeckt/gespürt werden muss.

Es gibt auch andere Wege in Kontakt mit sich selbst zu kommen oder sich von sich selbst zu befreien, z.B. durch Inszenierung eines Daseinszirkus. Das Zelebrieren der Fülle und unserer mentalen Möglichkeiten. Die Welt ist doch so schön prachtvoll und es ist lebensbejahend, ja entzückend, aus dem konventionellen Alltagstrott auszubrechen und das Märchenhafte des Seins zu erfahren. Ja, aber wie?

In dieser psychedelisch angehauchten Fotostrecke simulieren wir die Entdeckung einer neuen Dimension im Alltag. Ein kleiner futuristischer Ausflug in eine Traumwelt, in der Chaos und Harmonie ineinander verschmelzen. Ein Zaubertrank versteckter Erkenntnis hinter der sichtbaren Realität. Das Sehen von etwas, was es nicht gibt. Eine neue, ganz besondere Sicht auf die Realität. Und ja, absurderweise sind keine bewusstseinserweiternde Drogen im Spiel, sondern (nur) pure Experimentierfreude und Liebeslust. Lebenssucht!

Die Synästhesie als visuelle Realität durch künstlerische Symbiose. Hä, was ist denn das überhaupt? Synästhesie ist ein Ausnahmezustand, ein Phänomen verschmolzener Sinneswahrnehmung von Dingen, die es eigentlich nicht gibt: Töne sehen, Farben schmecken, Buchstaben riechen. Ein Reiz löst einen anderen aus, dadurch werden unsere versteckten Sensoren angekurbelt. In dieser Fotostrecke haben wir genau dieses Zusammenspiel aus Farben, Formen, Tönen, Texturen, Stofflichkeiten und Kontrasten festgehalten.

Wir möchten Euch in einen Rausch der Sinne versetzen. Eintauchen in eine wunderschöne Welt der farbigen Nebel voller Feuerwerke, Blitze, Lichtstimmung, Reflexionen. Strukturen lösen sich auf, Filter brechen auf. Alles ist miteinander verbunden – im hyper-konnektiven Gehirn der Synästhetiker, in der Einbildung psychisch Kranker, in der Fantasie durchgeknallter Künstler. Kann man diese Alchemie nicht als ganz „normaler“ Mensch erfahren? Hä, was ist denn schon „normal“?

Wir müssen nicht halluzinieren um solche irritierende Erfahrungen zu machen. Nein, wir müssen nicht auf Drogen sein. Wir müssen auch nicht hypnotisiert sein. Ein offenes Bewusstsein lässt die Vielschichtigkeit der Realität zu und erfährt bereichernde, unvergessliche visuelle Zustände. Wir erlangen eine neue Sichtweise auf die Umwelt, Emotionen und Mindset verwandeln sich automatisch. Leben wir dann effizienter, nachhaltiger so? Oder sind wir mit allem noch mehr überfordert?

Die Erfahrung dieser künstlerischen Exzesse müsste jeder machen. Wir zelebrieren das Besondere, was oft für die Augen unsichtbar ist. Denn, bekanntlich, man sieht/hört/schmeckt/tastet nur mit dem Herzen gut.

EIN PRINTKATALOG MIT DIESEN UND MEHREREN BILDERN IST BEREITS ERSCHIENEN.